Beispiel Antrag nach §35a SGB VIII

 

Anschrift Jugendamt

Juni 2020

Antrag der Sorgeberechtigten von M., geb. 0.0.2006 auf Bewilligung einer Eingliederungshilfe/Teilhabeassistenz gemäß § 35a SGB VIII

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir beantragen eine Teilhabeassistenz nach § 35a SGB VIII für unseren Sohn M.

Bei M. wurde bereits am X 2019 die fachärztliche Diagnose der „sonstigen kombinierten Störung des Sozialverhaltens und der Emotion vor familiär belastetem Hintergrund“ (ICD-10: F92.8) festgestellt.

Nachdem die Situation in der Grundschule aufgrund der Verhaltensauffälligkeit unseres Sohnes nicht mehr tragbar war, wurde er vorübergehend in die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen umgeschult. Dort wird er aktuell in engmaschiger Begleitung durch pädagogisches Personal sowie in Anwesenheit mehrere Assistenzkräfte (THA) beschult. Die emotionale und soziale Gesamtproblematik besteht jedoch weiterhin.

Frau B., seine derzeitige Klassenlehrerin, beschreibt sein Verhalten selbst in der kleinen Gruppe als sehr problematisch. M. sucht immer wieder aufs Neue nach Bestätigung der eigenen Position innerhalb der Gruppe und greift dafür z.T. zu drastischen Ausdrücken und Drohungen, die die Mitschülerinnen und Mitschüler einschüchtern und ihn selbst damit im schulischen Umfeld isolieren. Marvin ist sehr aufbrausend und zeigt auch den Erwachsenen gegenüber häufig respektloses Verhalten. In solchen Situationen lässt er sich nur durch Veränderung der aktuellen Situation, indem er zum Verlassen des Raumes aufgefordert wird, wieder beruhigen und zur Einsicht bringen. Nach wie vor zeigt er die bereits im Alter von vier Jahren festgestellte reduzierte Konzentrationsfähigkeit und vermehrte Unruhe, die durch die Ablenkung in Gruppensituationen verursacht wird.

M. wird zum kommenden Schuljahr in seiner angestammten Grundschule inklusiv beschult. Der Förderausschuss hat aufgrund seiner Diagnose und Entwicklung einstimmig den Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung beschlossen, um die pädagogische und fachliche Begleitung des Jungen durch das BFZ B.-Schule abzusichern und die im Schulrecht vorgesehene Unterstützung des Jungen zu garantieren. Marvin ist jedoch aufgrund seiner emotionalen Verfassung auf die engmaschige und individuelle Unterstützung durch eine Person, die zwischen ihm und dem Umfeld vermittelt und dem Jungen Halt und Stabilität geben kann, angewiesen, damit er sich auf das Unterrichtsgeschehen einlassen kann und die entsprechenden Lernfortschritte macht.

Die Teilhabeassistenz muss folgende Aufgaben erfüllen:

  • Sie muss ihn bei seinen Lernanstrengungen motivieren und bestärken;
  • sie muss ihn regelmäßig zu konzentriertem Weiterarbeiten hinführen;
  • sie muss die erzieherischen Maßnahmen, die die (Förder)lehrkräfte im Rahmen ihrer fachlichen Kernkompetenz ergreifen, unterstützen und ermahnend daran erinnern, sich sozial adäquat den Mitschülerinnen und Mitschülern zu verhalten;
  • M. ist sehr impulsiv und braucht zum Ausgleich für längere Konzentrationsphasen bestimmte Pausen mit viel Bewegung. Die Teilhabeassistenz muss ihn beim Verlassen des Klassenraums begleiten und dafür sorgen, dass er sich auf dem Schulhof kurzzeitig die nötige Bewegung zur Entspannung verschafft;
  • Sie muss ihn auch begleiten, wenn die Lehrkraft eine Auszeit anordnet, damit er nach erhitzten Phasen und Widerstand gegen die Lehrkraft, wieder zur Besinnung kommt und dabei dafür sorgen, dass er in einer ruhigen, von den Mitschülern abgegrenzten Atmosphäre, die ihm gestellten Aufgaben erledigt;
  • sie muss ihn während der Pause beaufsichtigen und verhindern, dass es zu Ausschreitungen bzw. zum Streit mit Mitschülern kommt;
  • sie muss motivieren und durch stetes Wiederholen und Erklären (nach den pädagogischen Vorgaben seitens der Lehrkräfte) immer wieder aufs Neue zu einem adäquaten sozialen Miteinander führen, ohne das er seinen schulischen Bildungsweg nicht erfolgreich wird meistern können;
  • sie muss ihn daran erinnern, die besprochenen Schul- und Klassenregeln einzuhalten
  • sie muss als Unterstützung und vertraute Bezugsperson für ihn da sein und ihm Lob und Bestärkung geben, wenn er seine Sache gut macht, um ihm so die Möglichkeit zu geben, sich weiterhin positiv zu entwickeln.

Wir bitten aufgrund der fortgeschrittenen Zeit durch den späten Termin des Förderaussschusses um eine zügige Bearbeitung unseres Antrags. Dazu fügen wir die bisherigen Gutachten (Vitos-Klinik, förderdiagnostische Stellungnahme) sowie das Protokoll des Förderausschusses bei .

Bitte teilen Sie und mit, welche weiteren Unterlagen Sie benötigen.

 

Mit freundlichen Grüßen


 

 

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