Pädagogische Grundlagen

 

Unsere pädagogische Arbeit setzt sich aus unterschiedlichen pädagogischen Richtungen zusammen. 

 

 

Abenteuerpädagogik

 

Abenteuerpädagogik nutzt wie die Erlebnispädagogik Gruppen-Erfahrungen vornehmlich in der Natur (Wald, Gebirge, See), um die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Hauptelement ist das Abenteuer, eine risikoreiche Unternehmung oder ein Erlebnis, das sich deutlich vom Alltag unterscheidet. Es geht um das Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas Waghalsiges zu unternehmen, bei dem der Ausgang ungewiss ist.

 

Abenteuerpädagogik hat keinen Selbstzweck. Sie dient nicht der Unterhaltung, sondern versteht sich als methodische Maßnahme im Sinne der Wagniserziehung, d. h. der Befähigung zu einer selbstbestimmten Lebenseinstellung und Lebensführung.

 

Ziel ist die Bildung der individualen und sozialen Persönlichkeit über die Herausforderung durch Abenteuer, also die Bewältigung von unsicheren, auch gefahrvollen Situationen. Dabei soll erreicht werden, die jeweiligen physischen, emotionalen und mentalen Grenzen kennenzulernen und an den gestellten Aufgaben zu wachsen. Es geht um das Wecken und Ausleben dieses bei den meisten Kindern und Jugendlichen bereits unterschwellig vorhandenen Bedürfnisses nach spannungsreichen Erlebnissen.

 

 

 

Für uns steht der Klient im Mittelpunkt. Unser individuell zugeschnittenes Hilfeangebot richtet sich nach den Bedürfnissen des Klienten. 

 

In unserer Arbeit bedienen wir uns verschiedener pädagogische Ansätze, darunter Abenteuerpädagogik, Gestaltpädagogik, inklusive Pädagogik, Autonomieansätze und der Assistenzgedanke von Don Bosco. 

 

Gestaltpädagogik

 

Gestaltpädagogik ist ein umfassendes Konzept ganzheitlicher Pädagogik. Sie verbindet die persönlichkeitsfördernden Ansätze und Methoden verschiedener Richtungen der humanistischen Pädagogik und Psychologie (Gestalttherapie, Psychodrama, Themenzentrierte Interaktion, personenzentriertes Lernen, Gruppendynamik und systemische Konzepte) mit europäischen Traditionen der Reformpädagogik (Montessori, Freinet).

 

Erste Ansätze einer Gestaltpädagogik entstanden in den USA in den 1970er Jahren unter der Bezeichnung "confluent education" unter dem Einfluss von George I. Brown. Gestaltpädagogik fördert ganzheitliches Lernen, da entsprechend der theoretischen Grundüberzeugung der Mensch nur als Selbst in einer Umwelt zu begreifen ist. Entsprechend dem Verständnis der Gestalttherapie vom Prozess von Selbst und Umwelt stehen auch in der Gestaltpädagogik zentrale Begriffe der Gestalttherapie im Vordergrund, beispielsweise Kontaktprozesse, Fremd- und Selbstunterstützung, Verantwortung.

 

 

Inklusive Pädagogik

 

Inklusive Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität (= Unterschiedlichkeit) in Bildung und Erziehung ist. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Verb includere (beinhalten, einschließen) ab. Befürworter der Inklusion betrachten Heterogenität als normale Gegebenheit; Gegner der Inklusion argumentieren, dass Inklusion keine Methode, sondern eine Ideologie sei, bei der nicht das Glück und die optimale Lernentwicklung aller Schulkinder im Mittelpunkt stehe, sondern das Interesse bestimmter gesellschaftlicher bzw. politischer Strömungen. Vertreter der Inklusion befürworten eine Abschaffung der sogenannten Förderschulen. Sie führen dazu etwa das Argument ins Feld, dass u. A. ethnische Heterogenität in Deutschland schon lange Realität sei, weil beispielsweise jedes dritte Grundschul-Kind einen Migrationshintergrund habe. Dieser Umstand betreffe auch die Inklusion von anderen Kindern in Regelschulen, beispielsweise solcher mit einer Behinderung.

 

 

Autonomie in der Pädagogik

 

Als Autonomie bezeichnet man den Zustand der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit (Souveränität), Selbstverwaltung oder Entscheidungs- bzw. Handlungsfreiheit. Sie ist in der idealistischen Philosophie die Fähigkeit, sich als Wesen der Freiheit zu begreifen und aus dieser Freiheit heraus zu handeln. Auch wird die Existenz von Autonomie in der Ethik als ein Kriterium herangezogen, nach dem Individuen ethische Rechte zugeordnet werden können.

Erziehung und Sozialisation haben nicht zuletzt das Ziel, dem Heranwachsenden die Emanzipation von den ihn Erziehenden zu ermöglichen, so dass er ein Leben in Unabhängigkeit und Freiheit führen kann. Dieses Ziel muss nicht zwangsläufig erreicht werden.

  • Mangelnde Autonomie eines jungen Erwachsenen kann auf einem (früheren) Beziehungsproblem mit den Erziehenden beruhen.
  • Es kann auch am situativen Kontext liegen, der Autonomie grundsätzlich be- oder verhindert. Dazu könnten auch gesellschaftliche Zwänge oder Einengungen zählen (ökonomische Situation, Notsituation usw.). Der (psychische) Druck der Situation auf das Individuum kann eine Autonomie erschweren oder unmöglich machen.
  • Auch mangelnde Fähigkeiten (des Erzogenen) können dazu führen, dass Autonomie nicht gewollt bzw. nicht angestrebt wird. (Die Abhängigkeit von Erziehenden mag z. B. bequemer sein als eine Selbständigkeit, die die letzten intellektuellen und emotionalen Reserven fordert.)

Aus diesen Gründen werfen Erziehungsprozesse fortwährend die Frage auf, durch welche Erziehungsmethoden die Bildung einer autonomen Persönlichkeit gefördert werden kann. Dies muss eine der zentralen Fragestellungen der am Erziehungsprozess beteiligten Personen sein. Letztendlich kann Autonomie im Sinne der Pädagogik nur durch denjenigen erarbeitet oder erstritten werden, der sie will oder wünscht. Insofern spielt die Eigendynamik des Betroffenen (Entwicklungspsychologie und R. Oerter, L. Montada, 2002) beim Erreichen der Autonomie eine bedeutende Rolle. Ein Kind oder Jugendlicher ohne eine ausgeprägte Vorstellung von Autonomie dürfte es schwer haben, sich von den Erziehungspersonen zu emanzipieren. 

 

 

Assistenz als "Da-Sein" und "Dabei-Sein" mit jungen Menschen

 

Die Pädagogik der Vorsorge im Sinne Don Boscos ist vor allem eine „Beziehungspädagogik". Don Bosco selbst prägte dafür den Ausdruck „Assistenz". Wie er in seinem berühmten Rombrief aus dem Jahre 1884 betont, sieht er den Erzieher vor allem als „Assistenten", der interessiert und aufmerksam, ermutigend und unterstützend, mal fördernd und mal fordernd dem jungen Menschen zur Seite steht. Dieser Stil äußert sich im konkreten Da-Sein für und Dabei-Sein mit den jungen Menschen. Die Pädagogik im Sinne Don Boscos lebt also vor allem vom personalen Angebot. Sie erfordert einen Umgangsstil mit den Jugendlichen, der partnerschaftlich und partizipativ ist. Er ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und dem ehrlichen Interesse für den jungen Menschen.

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